Die merkantile Wertminderung

Führt die „gefühlsmäßige Abneigung potenzieller Käufer gegen (wenn auch fachgerecht) reparierte Sachen“ zu einer Wertminderung einer beschädigten Sache, wie dies bei Fahrzeugen häufig der Fall ist, so ist dies als sogenannter „merkantiler Minderwert“ zusätzlich zu den Reparaturkosten zu ersetzen. Die Befürchtung des Käuferpublikums besteht in der Regel darin, dass trotz Schadensbehebung doch noch verborgene Mängel vorhanden sein oder künftige Schäden entstehen könnten.

Hat das Käuferpublikum die Wahl zwischen einem – ansonsten gleichen – unfallfreien Fahrzeug und einem Unfallfahrzeug, wird nahezu jeder potentielle Käufer das unfallfreie Fahrzeug bevorzugen. Der Verkehrswert des Unfallfahrzeuges ist daher, obwohl der Schaden vollständig repariert wurde, geringer.

Jedoch verursacht nicht jeder Schaden eine merkantile Wertminderung. So ist dies etwa bei Bagatellschäden nicht der Fall und sind auch Vorschäden bei der Ermittlung entsprechend zu berücksichtigen. In der Praxis wird die Wertminderung eines Pkw bei einem Unfallschaden im ersten Betriebsjahr mit etwa 5-10 % des Zeitwertes auf dem Gebrauchtwagenmarkt bemessen, wobei die Wertminderung mit dem Alter des Fahrzeuges sinkt und ab einer gewissen Grenze völlig entfällt.

Bei einem Verkehrsunfall sollte jedoch in jedem Fall überprüft werden, ob – neben den Reparaturkosten sowie allfälligen weiteren Ansprüchen (z.B. Schmerzengeld, Haushaltshilfe, etc.) – auch eine merkantile Wertminderung gebührt.

Unsere Kanzlei bietet Ihnen umfassende rechtliche Beratung zu diesem Thema und steht Ihnen für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung.

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Dr. Zsizsik & Dr. Prattes Rechtsanwälte OG
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