Schutz des geistigen Eigentums

Die WOCHE Bruck veröffentlicht ein Interview mit Dr. Gernot Prattes im Sonderthema "Rechtsanwälte" zum Thema Urheberrecht.

WOCHE Bruck: Was versteht man unter dem „Urheberrecht“?
GERNOT PRATTES: Vom Urheberrecht wird das sogenannte geistige Eigentum eines Menschen geschützt. Wer also z.B. die Idee für einen guten Kriminalroman hat und diesen niederschreibt, der genießt bereits urheberrechtlichen Schutz.

WOCHE Bruck: Worauf gibt es „Urheberrechte“?
GERNOT PRATTES: Urheberrechte können an literarischen Werken (zB an Romanen, choreographischen Aufführungen oder Computerprogrammen), an Musikstücken und Filmen sowie an Werken der bildenden Künste (z.B. an Lichtbildern oder Bauwerken) bestehen.

WOCHE Bruck: Das Urheberrecht wird immer wieder vernachlässigt. Warum?
GERNOT PRATTES: Der Grund dafür dürfte weniger im Unwissen der Menschen liegen, sondern vielmehr darin, dass der Einzelne davon ausgeht, nicht erwischt zu werden.

WOCHE Bruck: Worauf muss man speziell im Umgang mit sozialen Medien wie Facebook, etc. in Bezug auf das Urheberrecht achten?
GERNOT PRATTES: Bei Bildern und Videos ist Achtung geboten. Vor nicht allzu langer Zeit gab es z.B. auf Facebook den Trend, Bilder von Disneyfiguren hochzuladen, um von ernsten Berichterstattungen abzulenken. Jeder der dabei mitmachte und ein solches Foto hochgeladen hat, beging damit bereits eine Urheberrechtsverletzung. Ganz generell ist beim Uploaden oder Teilen von Fotos in sozialen Medien jedoch nicht nur das Urheberrecht zu beachten, sondern es ist auch auf das Marken- und Datenschutzrecht sowie auf Persönlichkeitsrechte Rücksicht zu nehmen. Wer z.B. mit seinem Handy ein Foto einer anderen Person anfertigt und ohne deren Zustimmung in sozialen Netzwerken postet, verletzt bereits deren Persönlichkeitsrechte („Recht am eigenen Bild“).

WOCHE Bruck: Welche Strafen stehen auf Missachtung?
GERNOT PRATTES: In erster Linie muss man mit zivilrechtlichen Sanktionen rechnen, also mit Unterlassungs- und mit Schadenersatzansprüchen. In schwerwiegenden Fällen drohen aber auch gerichtliche Strafen von bis zu sechs Monaten
Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe. Bei gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzungen sind die Strafen sogar noch viel höher.

WOCHE Bruck: Wer kontrolliert Vergehen?
GERNOT PRATTES: Urheberrechtsverletzungen werden grundsätzlich nicht von einer staatlichen Stelle kontrolliert. Es liegt am Urheber, sich zur Wehr zu setzen.

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